Heinz Anders: unermüdlich im Einsatz für die Lebensqualität in Senioreneinrichtungen

Harald Rausch und Heinz Anders (re)

Das ist schon fast unglaublich: Ca. 210 „Seniorennachmittage mit Musik“ hat Heinz Anders in den vergangenen drei Jahren gestaltet; in den sieben Jahren seines ehrenamtlichen Engagements für die Aktiven Bürger (AB) waren es wohl gut 450!

Harald Rausch koordiniert im Organisationsteam der AB die Betreuung der Senioreneinrichtungen. Er nahm dieses „Jubiläum“ und den kürzlichen 75. Geburtstag zum Anlass, Heinz Anders bei einem Auftritt in der Seniorenresidenz (Nähe Kurpark) in Bad Staffelstein für seinen unermüdlichen Einsatz zu danken.

Er vergaß dabei auch nicht, weitere ehrenamtliche Musiker in Seniorenheimen lobend zu erwähnen, so z. B. Peter Hofmann, Andreas Kerner, Manfred Niewelt, Willy Pöhner und Josef Schröder. Und er betonte, dass natürlich nicht jeder so viel Zeiteinsatz leisten könne oder wolle wie Heinz Anders – aber jede einzelne Aktion für Senioren sei ein wertvoller Beitrag zur „Lebensqualität am Obermain“. Daher möchte „ehrensache“ bei dieser Gelegenheit weitere „musikalische Ehrenämtler“ einladen, den Bereich Unterhaltung für Senioren zu unterstützen (einfach im Aktive-Bürger-Büro nachfragen).

Bei diesem Nachmittag in Bad Staffelstein stellte die „ehrensache“-Redaktion einige Fragen an Heinz Anders:

Wie bist du zum Musizieren gekommen?
Mit neun Jahren habe ich schon ein Akkordeon bekommen und begeistert geübt. Als junger Mann habe ich etliche Jahre mit der Gruppe „Bonny Boys“ im heimischen Bereich und über die Region hinaus in Cafés und Tanzsälen gespielt, später als Alleinunterhalter auf vielen Familienfeiern und Vereinsveranstaltungen. Dann hat viele Jahre mein Schreinereibetrieb vollen Einsatz gefordert und das Musizieren etwas in den Hintergrund gedrängt.

Und wie kam es dann zu diesen speziellen Einsätzen in Seniorenheimen?
Ausgangspunkt war 2010, als meine Schwester ins Michelauer Katharaina-von-Bora-Seniorenwohnhaus wechselte. Ihr habe ich vertraute Lieder am Bett vorgespielt und -gesungen. Dabei habe ich gesehen, welch große Freude ihr das gemacht hat. Das blieb auch bei der Belegschaft nicht unbemerkt. So wurde ich dann gebeten, in 14-tägigen Abständen die Bewohner zu unterhalten. Heute erwarten sie mich mit großer Freude auf einen schönen Nachmittag.

Wo bist Du denn jetzt überall im Einsatz?
Als Ende 2011 mein Freund Harald Rausch angefragt hat, ob ich nicht für die Aktiven Bürger ehrenamtlich spielen würde, habe ich spontan „ja“ gesagt. Aus diesen Kontakten sind dann noch weitere Einsatzorte dazugekommen. So bin ich derzeit nicht nur weiterhin in Michelau unterwegs, sondern auch im Pflegeheim Eugeria Obermain (Kutzenberg), im BRK-Pflegeheim „Am Weidengarten“ (Lichtenfels), der ESB-Seniorenresidenz und der „in-der-Heimat-wohnen“-Anlage (beide in Bad Staffelstein). Bis 2018 spielte ich auch im ASB-Seniorenzentrum Weismain. Da komme ich manchen Monat schon auf acht bis zehn Nachmittage. Immer wieder sind auch Sonderveranstaltungen dabei wie Sommerfeste oder Weihnachtsfeiern.

Das ist ja ein beachtlicher Zeitaufwand. Was motiviert Dich dazu?
Ich bin froh und zufrieden, dass ich körperlich und geistig noch in der Lage bin, für ältere Mitmenschen noch etwas tun zu können, ihnen ein Stück Lebensfreude schenken kann. Und ich bekomme wirklich auch viel zurück: So sehe an den Reaktionen, dass so ein Unterhaltungsnachmittag gut „ankommt“. Die Zuhörer lieben es, wenn sie Schlager und Volkslieder aus ihren jüngeren Jahren hören und auch mitsingen können.

Wie läuft denn so ein typischer musikalischer Nachmittag ab?
Erstmal: Keiner ist wie der andere, weil ich immer die Liederauswahl an die Jahreszeit, das Wetter oder andere Gegebenheiten anpasse. Ich bereite mich auf einen bunten Strauß an Volks-, Heimatliedern und älteren Schlagern vor – von Peter Alexander bis Peter Maffay. Gerne erfülle ich auch spontan Sonderwünsche aus dem Publikum. Und zur Auflockerung streue ich dann Witze und lustige „Gschichdla“ ein. Das geht insgesamt so rund eineinhalb Stunden.
In manchen Häusern gehe ich dann noch auf einzelne Stationen oder sogar in bestimmte Zimmer, um nichtmobile Bewohner auch ein bisschen einzubeziehen. So einen langen Zügel merke ich dann schon, denn das Akkordeon wiegt 13 Kilo, und die Stimme muss auch durchhalten.

Gibt es auch mal besondere Erlebnisse?
Eigentlich ist jeder Nachmittag schön und jeder auch ein bisschen anders - kein Wunder bei meinem Nachnamen. Am meisten freut mich, wenn die Anwesenden mit einem Lächeln im Gesicht Texte mitsingen und offenkundig so ein Stück Lebensfreude genießen. Und besonders beeindruckend ist, wenn an Demenz Erkrankte sich an mich und meine Lieder erinnern und von früher vertraute Texte auf einmal „wieder da sind“. Sie spüren wohl auch, dass ich sie ernst nehme und wertschätze.

Hast du noch einen Wunsch, wie es weitergehen soll?
Ich hoffe, dass ich diesen Dienst zum Wohle von Senioren – altersmäßig bin ich ja auch schon einer - noch lange und mit so viel Freude und guter Resonanz wie bisher weitermachen kann, so lange, wie es halt meine Gesundheit zulässt.  Ich glaube, es ist ein gutes Gefühl für jeden, der den älteren Mitmenschen das zu schenken vermag, was in der heutigen Zeit leider oft Mangelware ist: Verständnis, Liebe und Zeit.

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