Geheimnisse (?) erlebter und erfolgreicher Integration

"Eritrea im Einsatz beim TSV Staffelstein"

Das „Drehbuch“ ähnelt sich immer wieder: Jüngere Männer, vor Terror und Verfolgung aus Eritrea geflüchtet, kommen in der Asylunterkunft in Schönbrunn an. Dort werden sie gefördert und gefordert:

Sprache lernen, Formalitäten mit den deutschen Behörden bewältigen, Kontakte und sinnvolle Freizeitbeschäftigungen finden, Sprachprüfung ablegen, Praktikum / Ausbildungs- oder Arbeitsplatz finden, Wohnung finden.

"In ganz vielen Fällen hat das schon geklappt", sagt Bernd Potzel aus Bad Staffelstein. Er ist nicht nur seit Jahrzehnten Fußballabteilungsleiter beim TSV, sondern als „Aktiver Bürger“ seit vier Jahren auch ein unverzichtbarer „Helfer in allen Lebenslagen“ für die jeweils in Schönbrunn untergebrachten Geflüchteten, derzeit zwölf an der Zahl.

Anfangs waren die von vielen Schönbrunner Bürgerinnen und Bürgern ehrenamtlich gegebenen Sprachkurse und einige Kennenlern-Nachmittage sehr hilfreich. Von Anfang an kam auch Bernd Potzel mit ins Spiel - und das im wahrsten Sinne des Wortes: Für die jungen Männer Sportutensilien organisieren, sie ins Fußballtraining, aber auch in Arbeitseinsätze am TSV-Platz integrieren, das war der Anfang. Ihnen gebrauchte Fahrräder vermitteln, sie bei der „Bürokratie“, dem Belegen von Sprachkursen und später bei der Wohnungssuche und dem Start ins deutsche Berufsleben zu unterstützen, folgte nach und nach.

Etliche seiner Schützlinge haben inzwischen Arbeitsplätze eingenommen, für die Firmen keine Bewerber gefunden hatten, so in bestimmten Industriezweigen, auf dem Bau, in Bäckereien oder der Gastronomie. Dass sie fleißig und diszipliniert sind, erwartet und fordert er in fürsorglicher Weise, aber klaren Worten von den jungen Männern – und in den allermeisten Fällen wurde er nicht enttäuscht.

Die erlebte herzliche Dankbarkeit der Betreuten sind für Bernd Potzel so starke emotionale Erlebnisse, „wie man sie sich für kein Geld der Welt kaufen kann“. Ebenso die Erfolge, wenn wieder einer der jungen Männer im hiesigen Arbeitsleben „ankommt“. Habib und Fathawi, die gerade zufällig zu unserem Gespräch dazukommen, bestätigen – in gut verständlichem Deutsch – wie hilfreich die Unterstützung durch den Brückenbauer „Papa Bernd“ für sie war und ist.

Text: J. Breunlein, Bilder: J. Breunlein, B. Potzel

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