Es geht wieder los …

Die beiden Ansprechpartnerinnen
im Aktive-Bürger-Büro in der
Judengasse 14, Katja Zapf (li.) und
Silke Schneider, helfen gerne bei
allen Fragen rund ums Ehrenamt

Seit fast zehn Jahren gibt es das Projekt „Aktive Bürger“. Getragen wird es von der „Bürgerstiftung für Jugend und Familie im Landkreis Lichtenfels“. Rund 400 Mitbürgerinnen und Mitbürger engagierten sich Anfang 2020 unter diesem Dach ehrenamtlich, insgesamt wohl rund 20.000 Stunden jährlich. Vor allem Kindergärten und Schulen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen, die Integrationsarbeit und die beiden Tafeln profitierten davon.

Und dann kam mit voller Wucht Corona … Was das für Auswirkungen hatte und hat, wie man damit umging, darüber berichten hier Silke Schneider und Katja Zapf. Beide managen im Aktive-Bürger-Büro nicht nur die Daten und allen Schriftverkehr, sondern stehen auch als Ansprechpartnerinnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Wie haben sie diese nunmehr fast anderthalb Jahre erlebt?

Von Silke Schneider und Katja Zapf

Als die Pandemie im März vergangenen Jahres hereinbrach, war ein Großteil unserer rund 400 Aktiven Bürger plötzlich so gut wie "arbeitslos".  Schulkinder befanden sich im Homeschooling, Kindergartenkinder waren zu Hause oder in der Notbetreuung. Diese Einrichtungen wie auch Senioren-, Behindertenheime und Flüchtlingsunterkünfte waren für Besucher lange Zeit weitgehend nicht zugänglich. Sogar die Tafeln mussten zeitweise ihre Tätigkeit einstellen.

Nicht nur die Kinder und Senioren haben unter dieser Situation gelitten, sondern spürbar auch unsere Ehrenamtlichen. Wir haben überlegt, wie wir den Kontakt aufrechterhalten können. Denn nicht nur die geplante Fortbildung für Leselernhelfer und Lesepaten, unsere Dankeschön-Veranstaltung, das Benefizkonzert mussten verschoben werden. Zudem waren alle persönlichen Kontakte nahezu unmöglich geworden.

Als Lösung haben wir uns entschlossen, mit allen unseren Aktiven Bürgern zu sprechen – garantiert virenfrei, per Telefon. Nach kürzester Zeit mussten wir feststellen, dass es an dem einen Büro-Vormittag pro Woche und mit nur einem Telefon schier endlos dauern würde. Deshalb haben wir unsere Ehrenamtlichen Marliese Breunlein und Gerti Dorsch mit ins Boot genommen.

Mit deren tatkräftiger Unterstützung haben wir im Zeitraum von November 2020 bis Februar 2021 fast alle unsere 400 Ehrenamtlichen erreicht. Dafür nochmal einen großen Dank an unsere beiden Unterstützerinnen!

Die Freude am anderen Ende der Leitung war fast durchwegs riesig! Die meisten Gespräche gingen über mehrere Minuten, zuweilen länger als eine Viertelstunde. Dabei war das Organisatorische schnell abgehandelt: zum Beispiel der aktuelle Datenabgleich, ob man nach der Pandemie noch zu Verfügung stehen könne und in welchem Bereich, usw.

Danach wurden die Gespräche meist recht schnell privater. Viele erzählten von ihren ganz persönlichen Corona-Erlebnissen, und wie es ihnen damit geht. Auch haben wir von annähernd 100 Ehrenamtlichen die Gründe erfahren, warum sie künftig nicht mehr tätig sein können. Darunter war auch immer wieder mal Schicksalhaftes, wie Tod oder Pflege des Ehepartners, eigene Krankheit, Wegzug, usw.

In diesen Fällen waren unsere Ehrenamtlichen froh, sich etwas von der Seele reden zu können, was ja durch die Kontaktbeschränkungen zu dieser Zeit stark erschwert war. Und bei unseren beiden „Telefonistinnen“ und uns hat es ein gutes Gefühl hinterlassen, für jemanden da sein zu können.

Unser Fazit: Ausnahmslos alle haben sich über den Anruf gefreut und die gut 300 nach wie vor "Aktiven" brennen schon darauf, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen.

Inzwischen gibt es auch Signale, dass eine Reihe von Seniorenheimen, Kitas und Schulen die Absicht haben, nach der Sommerpause Musiker, Lesepaten und weitere ehrenamtlich Engagierte wieder ins Geschehen einzubinden. Die beiden Tafeln sind ja bereits seit einiger Zeit aktiv, jeweils mit umfangreicher ehrenamtlicher Unterstützung. Voraussetzung für die "Rückkehr" der Aktiven Bürger ist aber in jedem Fall, dass die Inzidenzzahlen niedrig bleiben und weiterhin persönliche Kontakte – unter Beachtung der Regeln - erlaubt sind.

Falls Sie sich auch – unverbindlich - für ein Ehrenamt bei einer der oben genannten Einrichtungen interessieren, nehmen Sie bitte Kontakt auf:

Aktive-Bürger-Büro, Judengasse 14, 96215 Lichtenfels, geöffnet Mittwoch von 10 – 13 Uhr und nach Vereinbarung,

Telefon 09571 1699 330 (mit Anrufbeantworter), E-Mail: info@aktive-buerger-lichtenfels.de.
Eine Engagement-Datenbank mit aktuellen Angeboten finden Sie hier.

Zurück